Dienstag, 25. Januar 2011

Das Peter-Prinzip oder: Die Hierarchie der Unfähigen

Wer kennt es nicht, nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgaben zu erfüllen und die Arbeit wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.

Ein erfolgreicher Vertriebler wird zum Vertriebsleiter befördert, da er sehr gute Arbeit geleistet hat. Allerdings überfordert ihn nun die Leitungstätigkeit / Mitarbeiterführung und seine Begabung für den aktiven Vertrieb  kann er kaum noch nutzen.

Ein begabter Lehrer wird zum Schulleiter befördert, da er sehr gute Arbeit geleistet hat. Allerdings überfordert ihn nun die Verwaltungsarbeit und seine Begabung für den Umgang mit Kindern kann er kaum noch nutzen.


Nach eigener Aussage entwickelten Peter und Hull mit ihrer Formulierung ein neues Fachgebiet: die Hierarchologie.   Diese Aussage muss wohl dem ironisch-humorvollen Grundton der Arbeit zugerechnet werden, da sie sich auf keine weitere fachliche Aussage stützt. Tatsächlich beleuchten Peter und Hull eine Gruppe von Problemen des Personalwesens. Jon Billsberry, Professor an der britischen Open University, führt drei Betrachtungsweisen auf, die trotz der frivolen Lässigkeit der Formulierung in der Fachwelt von Bedeutung sind.
Zum einen eröffnet die Betrachtung die Frage, warum sich Menschen um Positionen bemühen, deren Anforderungen sie nicht gewachsen sind. Die Frage berührt also die Motivationsmechanismen, die den Einzelnen antreiben, eine nicht befriedigende Stellung zu suchen. Die zweite Frage dreht sich um die Schwächen der Selektion zur Beförderung in Organisationen, also darum, wer für eine zu besetzende Stelle ausgewählt wird, und die Gründe, die für diese Selektion genannt werden bzw. wirklich vorliegen. Der dritte von Billsberry genannte Betrachtungsansatz handelt von den Unzulänglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die ja eigentlich die Fähigkeiten erzeugen sollen, die zur Erfüllung einer Arbeitsaufgabe erforderlich sind.